Die erste Kryptowährungs-Transaktion zu senden bedeutet weit mehr, als lediglich eine Adresse zu kopieren und auf „Bestätigen“ zu klicken. Im Jahr 2026 sind Phishing-Angriffe, manipulierte Browser-Erweiterungen und schädliche Smart-Contracts weiterhin reale Risiken. Eine gründliche Überprüfung der Wallet ist daher keine Option, sondern eine grundlegende Sicherheitsmassnahme. Bevor Sie Vermögenswerte übertragen, sollten Sie die Einrichtung kontrollieren, die sichere Aufbewahrung der Wiederherstellungsphrase prüfen und alle aktiven Berechtigungen analysieren. Einige sorgfältige Schritte zu Beginn können spätere, irreversible Verluste verhindern.
Der erste Schritt besteht darin, sicherzustellen, dass Ihre Wallet-Anwendung aus einer offiziellen Quelle stammt. Ob Sie eine Hardware-Wallet wie Ledger oder Trezor verwenden oder eine Software-Wallet wie MetaMask, Trust Wallet oder Rabby – laden Sie Firmware und Anwendungen ausschliesslich von der offiziellen Website oder aus verifizierten App-Stores herunter. Im Jahr 2026 zählen geklonte Wallet-Oberflächen und gefälschte Browser-Erweiterungen weiterhin zu den häufigsten Angriffsmethoden. Überprüfen Sie Herausgeberangaben, Versionshistorie und Bewertungen vor der Installation.
Nach der Installation muss die Wallet eine neue Seed-Phrase lokal auf Ihrem Gerät generieren. Eine seriöse Wallet stellt niemals eine vorab generierte Wiederherstellungsphrase bereit. Während der Einrichtung sollten Sie kein öffentliches WLAN nutzen und Bildschirmaufzeichnungen vermeiden. Bei Hardware-Wallets ist entscheidend, dass die Seed-Phrase ausschliesslich auf dem Display des Geräts erscheint und nicht auf dem Computerbildschirm. Dadurch wird das Risiko durch Schadsoftware reduziert, die Bildschirminhalte oder Zwischenablagen ausliest.
Bevor Sie grössere Beträge übertragen, testen Sie die Wallet mit einer kleinen Transaktion. Senden Sie beispielsweise einen minimalen Betrag von einer vertrauenswürdigen Börse. Überprüfen Sie anschliessend die Transaktion mithilfe eines Blockchain-Explorers wie Etherscan, Solscan oder Blockchain.com anhand der Transaktions-Hash-ID. So stellen Sie sicher, dass die Wallet-Adresse korrekt funktioniert und Sie wissen, wie sich Transaktionen unabhängig verifizieren lassen.
Die Sicherheit Ihrer Wallet hängt stark vom verwendeten Gerät ab. Achten Sie darauf, dass Ihr Betriebssystem auf dem neuesten Stand ist und alle Sicherheitsupdates installiert sind. Auch 2026 zielen viele Angriffe auf veraltete Systeme ab. Nutzen Sie eine zuverlässige Sicherheitslösung, insbesondere bei Desktop-Wallets.
Installieren Sie keine unnötigen Browser-Erweiterungen. Zahlreiche Diebstähle erfolgen durch Erweiterungen, die die Zwischenablage überwachen und Wallet-Adressen manipulieren. Kopieren Sie vor der ersten Transaktion Ihre eigene Adresse, fügen Sie sie in eine Textdatei ein und prüfen Sie, ob sie unverändert bleibt. Verändert sie sich automatisch, kann Ihr System kompromittiert sein.
Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für verbundene Börsenkonten. Zwar schützt 2FA eine Non-Custodial-Wallet nicht direkt, verhindert jedoch unbefugte Zugriffe auf verbundene Dienste. Bevorzugen Sie Authenticator-Apps gegenüber SMS-Verfahren, da SIM-Swap-Angriffe weiterhin vorkommen.
Die Seed-Phrase – meist 12 oder 24 Wörter nach dem BIP39-Standard – ist der Generalschlüssel zu Ihren Vermögenswerten. Wer sie besitzt, hat vollständige Kontrolle. Speichern Sie sie niemals in Cloud-Diensten, E-Mail-Entwürfen oder Messenger-Apps. Selbst verschlüsselte Notizprogramme können ein Risiko darstellen, falls Ihr Hauptkonto kompromittiert wird.
Notieren Sie die Phrase auf Papier oder gravieren Sie sie in eine hitze- und wasserresistente Metallplatte. Im Jahr 2026 sind spezielle Stahl-Backup-Systeme weit verbreitet und bieten langfristigen Schutz. Bewahren Sie das Backup an einem sicheren Ort auf, etwa in einem Tresor, und erwägen Sie eine zweite Kopie an einem separaten Standort.
Führen Sie vor einer grösseren Einzahlung einen Wiederherstellungstest durch. Setzen Sie die Wallet zurück oder verwenden Sie ein Ersatzgerät und stellen Sie sie mit der Seed-Phrase wieder her. Stimmen die generierten Adressen überein, ist Ihr Backup korrekt erstellt worden.
Ein häufiger Fehler ist das Erstellen eines Screenshots der Seed-Phrase. Screenshots werden oft automatisch mit Cloud-Diensten synchronisiert und erhöhen so das Risiko eines Datenabflusses.
Ebenso problematisch ist das Weitergeben der Phrase an vermeintliche Support-Mitarbeiter. Kein legitimer Anbieter wird jemals nach Ihrer Wiederherstellungsphrase fragen. Betrugsversuche erfolgen häufig über gefälschte Support-Profile oder soziale Netzwerke.
Vermeiden Sie unvollständige Backups oder selbst erstellte Abwandlungen der Wortreihenfolge. Jede Änderung kann dazu führen, dass die Wallet später nicht wiederhergestellt werden kann.

Moderne Wallets interagieren mit dezentralen Anwendungen, Börsen und NFT-Marktplätzen. Dabei werden häufig Token-Berechtigungen erteilt. Prüfen Sie vor grösseren Transaktionen bestehende Genehmigungen mit Tools wie Revoke.cash oder dem Token Approval Checker von Etherscan und widerrufen Sie unbekannte Freigaben.
Unterscheiden Sie zwischen dem Signieren einer Nachricht und dem Bestätigen einer Transaktion. Eine Nachrichtensignatur überträgt keine Vermögenswerte direkt, kann jedoch Vertragsfunktionen autorisieren. Lesen Sie die Wallet-Hinweise sorgfältig und prüfen Sie Beträge sowie Vertragsadressen.
Nutzen Sie, wenn möglich, eine Transaktionssimulation. Viele Wallets zeigen inzwischen vorab an, welche Token bewegt werden und welche Netzwerkgebühren anfallen. Das reduziert das Risiko unbeabsichtigter Genehmigungen.
Kontrollieren Sie die Empfängeradresse Zeichen für Zeichen, insbesondere die ersten und letzten sechs Zeichen. Schadsoftware verändert oft nur einzelne Stellen.
Beginnen Sie mit einer kleinen Testüberweisung. Warten Sie auf die Bestätigung im Netzwerk und prüfen Sie den Eingang, bevor Sie grössere Beträge senden.
Beachten Sie zudem die Netzwerkgebühren. Bei Netzwerken wie Ethereum variieren diese je nach Auslastung. Planen Sie Ihre Transaktion entsprechend, um Fehlversuche durch unzureichende Gebühren zu vermeiden.
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